Grundsätzlich gefällt mir die Campingküche Compact Cook Plus 2.0 gut und sie macht optisch wirklich etwas her. Allerdings gibt es bei einem Preis von rund 449 € aus meiner Sicht einige wichtige Punkte, die man vor dem Kauf unbedingt berücksichtigen sollte.
Der mitgelieferte Gaskocher ist für diese Preisklasse leider enttäuschend. Er wirkt wenig hochwertig und meiner Meinung nach gibt es deutlich bessere Lösungen auf dem Markt. Gerade bei einer Campingküche in diesem Preisbereich hätte ich hier eine wertigere Ausführung erwartet.
Ein weiterer, für mich wesentlich wichtigerer Kritikpunkt betrifft die Konstruktion als Outdoor-Küche. Dort, wo der Gaskocher aufgesetzt wird, befinden sich vier Öffnungen zur Befestigung des Rostes. Diese Öffnungen führen direkt in den Innenraum des Küchenschranks. Das bedeutet: Sobald die Küche draußen Regen oder sonstiger Feuchtigkeit ausgesetzt ist oder beispielsweise beim Kochen Nudelwasser überschwappt, läuft die Flüssigkeit direkt in den Schrank. Besonders ungünstig ist, dass sich dort die beiden Auszüge inklusive Besteckkasten befinden. Das Wasser landet somit schnell im Besteckkasten und sorgt anschließend für zusätzlichen Reinigungsaufwand.
Wenn das Produkt ausdrücklich als Outdoor- bzw. Campingküche konzipiert und beworben wird, sollte diese Schwachstelle aus meiner Sicht konstruktiv berücksichtigt werden. Eine entsprechende Abdichtung der Öffnungen oder alternativ eine passende Regen-/Schutzhaube im Lieferumfang wäre hier eine sinnvolle Lösung.
Auf der positiven Seite stehen ganz klar die Auszüge. Diese funktionieren hervorragend und machen die Küche im Alltag sehr praktisch. Auch der mitgelieferte Besteckkasten ist wirklich gelungen: Er schafft Ordnung und sorgt dafür, dass Besteck und kleinere Utensilien übersichtlich verstaut werden können. Die auf den einzelnen Ebenen vorhandenen Anti-Rutsch-Matten erfüllen ebenfalls absolut ihren Zweck.
Weniger gut gefällt mir hingegen die Lösung mit den Klappfüßen. Die Küche bringt bereits einiges an Eigengewicht mit und wird, wenn sie beispielsweise für eine vierköpfige Familie mit Tellern, Tassen, Besteck und Kochutensilien beladen ist, nochmals deutlich schwerer. Um die Klappfüße auszufahren, muss man die komplette Küche mehr oder weniger zur Seite kippen. Dabei besteht die Gefahr, dass der Inhalt in den Auszügen verrutscht oder sogar aus dem Besteckkasten fällt. Das ist in der Praxis ziemlich umständlich und eigentlich nicht das, was man sich bei einer solchen Konstruktion wünscht.
Sehr positiv finde ich dagegen die seitlichen, aufklappbaren Tische. Die Scharniere und die gesamte Lösung machen einen stabilen und durchdachten Eindruck. Auch der herausnehmbare Barbereich im oberen Teil ist ein wirklich schönes und praktisches Detail. Insgesamt wird die Küche dadurch zu einem echten Hingucker und hebt sich optisch von vielen anderen Campingküchen ab.
Auch der Wasserhahn erfüllt seinen Zweck und ist unterwegs bzw. auf dem Campingplatz als einfache Not- bzw. Übergangslösung durchaus praktisch.
Mein Fazit: Eine optisch sehr ansprechende und grundsätzlich praktische Campingküche mit vielen gelungenen Details. Die Auszüge, der Besteckkasten, die Anti-Rutsch-Matten, die Seitentische und der herausnehmbare Barbereich sind echte Pluspunkte. Allerdings gibt es gerade in Anbetracht des Preises von rund 449 € einige Schwachstellen, die ich vor dem Kauf kennen sollte – insbesondere den wenig wertigen Gaskocher, die nicht ausreichend gegen eindringendes Wasser geschützten Öffnungen im Kochbereich und die umständliche Handhabung der Klappfüße.
Für mich daher eine gute, aber nicht rundum durchdachte Campingküche, bei der man die genannten Punkte vor dem Kauf unbedingt berücksichtigen sollte.